Donnerstag, 23. März 2017

Verjüngungskur

Gestern auf Konzert gewesen. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten. Wahnsinnig drauf gefreut. War - schön. Aber die Vorfreude war schöner. Viele Menschen in meinem Alter dort. Vermutlich auch viele Menschen von meinem Naturell. Und deshalb eben keine exzessiven Party-People. Muss man irgendwann auch mal mit klarkommen.

Schön war, dass wir zu zweit dort waren und das Zusammensein genossen haben.

Und in der Nacht hab ich prompt von WG-Zeiten geträumt, gedanklich hat mich das Ganze also um Jahrzehnte verjüngt!

Mittwoch, 22. März 2017

Und noch mal Pflanzen-Content - aber nur ganz kurz, versprochen!

Leicht beschädigt bin ich von der beruflichen BWL-Vergangenheit ja schon. Merke, dass ich im Garten kurz darüber nachdenke, ob ich zu jeder Pflanze, jedem Busch, nicht vielleicht eine Kosten-Nutzen-Auswertung machen sollte.

Also z.B. Johannisbeerstrauch I:
Zeiteinsatz März: Unkraut jäten, Kompost aufbringen
April: Unkraut jäten, düngen
Mai: gießen
Juni: Unkraut jäten

Ergebnis: 10 immerhin rote Johannisbeeren. 15 haben die Vögel schon im grünen Stadium abgefressen.

Wie schön, dass ich dann ganz einfach meinen Stundenlohn in der Landwirtschaft ausrechnen kann, die 200g Beerenschale gibt es ab Mitte Juni am saisonalen Obststand nur 200m die Straße hinauf.

"Ist ja Hobby", sagt meine Mutter immer.

Dienstag, 21. März 2017

Start in die Gartensaison

Ich weiß. Sie haben vielleicht einen Balkon. Vielleicht nicht mal das. Und im Sommer seufzen Sie, dass es jetzt doch schön wäre, im Liegestuhl im Garten zu sitzen. Oder auch mal ein paar Erdbeeren zu pflanzen und zu pflücken.

Tja. Wir haben das. Und es ist, unbenommen, auch wirklich sehr schön. Außer dass die Erdbeeren bei uns letztes Jahr sehr wenige und dazu noch sehr sauer waren. Aber im Garten haben wir wirklich ein paar Mal gesessen. Gegrillt nicht so oft, weil am Wochenende ständig Regen war, Hamburg halt.

Aber bitte, vergessen Sie nicht: Jetzt ist die Zeit, wenn all die Gärtner wieder in ihre Gärtner kriechen. Ja, jetzt. Bei Wind und Kälte. Bei Kompost-Geruch und feuchter, kalter Erde, die sich bis durch die Gartenhandschuhe schiebt. Bei beginnender Nierenbeckenentzündung, weil Pulli und Jacke ständig über den gebeugten Rücken nach oben kriechen wollen. Genau, gebeugter Rücken, gebeugte Knie, immer so lange, wie sie gerade so bis zum Zittern durchhalten.

So. Danke fürs Zuhören beim ersten Gärtnerinnen-Mimimi des Jahres

Montag, 20. März 2017

Bin ich käuflich?

Oder wie sonst ist das zu erklären? Erst seit die olle Plastiktüte überall Extra-Geld kostet, schaffe ich es halbwegs regelmäßig, selber eine Tüte oder Tasche zum Einkaufen mitzunehmen.

Und sobald die Krankenkasse ein Vorsorgeprogramm für die Kinder mit Geld unterstützt, schaffe ich es sofort, die Zahnarzttermine abzumachen. 

Tja. Geldgieriger als gedacht, was?

Dienstag, 14. März 2017

Unterforderung

Aah, endlich wieder alle Mann zu Hause. Hier sind ja grad Ferien und einige Kinder waren wochen- oder nächteweise nicht da. Nur noch ein Kind in der Wohnung. Wir kennen das schon, es war aber trotzdem wieder sehr ungewohnt still.

Wir kommen total aus dem Rhythmus. Zeit für Wocheneinkauf, aber es ist noch gar nicht alles aufgegessen! Wäsche ist gewaschen und der olle Wäschekorb wird überhaupt nicht mehr voll. Kaum drei Maschinen kriegt man voll in der Woche!

Ich fühle mich unterfordert. Verstehe jetzt besser, weshalb man nach Auszug der Kinder erst mal wieder lernen muss, vernünftige Mengen zu kochen und einzukaufen.

Und jetzt bin ich froh, dass alle wieder da sind, das übliche Chaos herrscht - und ich mir keine Gedanken mehr darüber machen muss, weshalb hier trotz nahezu Kinderlosigkeit nicht das Haushaltsideal "Saubere und ordentliche Wohnung" ausgebrochen ist.

Dienstag, 7. März 2017

Rollentausch

So langsam, langsam, langsam vollziehen sich die Veränderungen, wenn die Kinder größer werden. Und plötzlich sitzt man gemeinsam im Bus. Sagt: "Oh Mist, ich hab gar kein Taschentuch dabei", und was passiert? Das Kind zieht eine halbvolle Packung aus seiner Tasche (die man ihm nicht mal unbedingt selber eingepackt hat) und gibt einem eins ab. Tja. So schön. Vor allem, wenn man an all die Rotznasen denkt, die man bis im Lauf der Jahre so abgewischt hat.

Dienstag, 28. Februar 2017

Von den Kleinsten lernen

Nächstes Mal, wenn ich mich mit dem Fahrrad hinpacke, pfeife ich auf Erwachsenenkonventionen.

Ich werde NICHT
- sofort wieder aufstehen, das Rad aufheben, so tun, als sei nichts gewesen
- allen, die freundlich fragen, ob alles in Ordnung sei, abwinken "nein, nein, alles klar"
- wie so eine Bekloppte alles wieder zurechtbiegen und mich schnellstmöglich wieder in den Sattel schwingen um weiterzufahren
- abends alle mir lieben Menschen anblaffen, wie schlecht meine Laune ist und darauf schimpfen, dass es in diesem Haushalt keine vernünftigen Fahrräder gibt mit funktionierender Beleuchtung und Bremsen am gewohnten Platz gibt. Und überhaupt, wieso nur ein Auto und das dann immer nicht da, wenn man es mal braucht!

Wobei gerade der Punkt "nicht sofort wieder aufsteigen und losfahren" natürlich schwierig ist, wenn man weiß, dass irgendwo in der Stadt ein Kind auf einen wartet.

Stattdessen werde ich mir ein Beispiel an den lieben Kleinen nehmen und erstmal lauthals losplärren. Oder zumindest mich erst mal hinsetzen und zu mir kommen bevor ich beginne, alles wieder in Ordnung zu bringen, damit nur ja keiner mehr was merkt. Da steht man ja doch ein wenig unter Schock und es hätte auch eine andere Verletzung als die kleine Schürfwunde am Knie sein können. Ich hätte direkt hinterher jedenfalls nicht sagen können, ob es schlimm wehtut oder nur ein bisschen.

Auf jeden Fall hilfreich, alles Gefühle gleich und ausreichend rauszulassen (wobei natürlich schön wäre, wenn ein tröstender Mensch dabei ist), das ist schon gar nicht so verkehrt, was die Knirpse da machen. Deshalb müssen die nämlich später am Abend nicht erst rumtoben und aufgestaute Wut rauslassen. Na ja, meistens jedenfalls nicht.