Donnerstag, 16. Februar 2017

Nesthäkchen-Autorin Else Ury - in Auschwitz ermordet

Wusstet Ihr das? Mich traf es heute ziemlich unvorbereitet, als ich durch Berlin wanderte und an einem Haus auf eine Plakette stieß, die daran erinnerte, dass Else Ury hier einmal gewohnt hat.

Natürlich kenne ich ihre Nesthäkchen-Bände. Als Kind in der Dorfbücherei hab ich sie alle gelesen - mehrfach! Über 1 Million Auflage erreichten ihre Nesthäkchen-Bücher von 1920 bis 1933. Sie war eine erfolgreiche Schriftstellerin und ihre Bücher waren beliebt.

1942 erhielt sie den Status "Reichsfeindin". Im Januar 1943 wurde sie direkt nach der Ankunft in Auschwitz in der Gaskammer ermordet.

 Ich bin froh, dass ich das jetzt weiß. Ich meine nicht, dass Kinder heutzutage diese Bücher unbedingt lesen müssen, es scheinen ja nicht gerade literarische Meisterwerke zu sein und stark ihrer Zeit und einem bestimmten Mädchen- und Frauenbild verpflichtet. Aber ich bin sehr froh, dass in den letzten Ausgaben anscheinend zumindest die Lebens- und Todesumstände der Autorin genannt werden.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Macht der Zahlen

Seit ich mich auf diesen Wander-Marathon vorbereite, benutze ich so eine Schritt-Zähler-App. Kurz habe ich recherchiert, was man da so hat, dann stieß ich darauf, dass mein Handy sowas schon vor-installiert hat. Danke, Google. Android. Oder wer auch immer das zu verantworten hat. Ja, so verantwortungslos bin ich mit meinen Daten, dass ich noch nicht mal nachgeschaut hab, wer der Herausgeber davon ist und somit mein komplettes Bewegungsprofil hat und vermutlich gerade an Tchibo, McDonalds und Amazon verkauft.

Aber weiter im Text.
1. Stellt sich beim kurzzeitigen Paralleltest von zwei Schrittzähler-Apps heraus, dass die Ergebnisse offensichtlich komplett willkürlich sind. Keinerlei Übereinstimmung außer einer ganz groben Tendenz ("heute mehr bewegt als gestern"). Man entscheidet sich dann irgendwann für eine und hält sich daran. Alles andere sind "alternative Fakten".

2. Bin ich aber schon nach kürzester Zeit dem Zauber der Selbst-Vermessung verfallen. Habe ich mein Handy nicht dabei, "lohnt" es sich plötzlich nicht mehr, eine längere Strecke zu Fuß zurückzulegen, weil kann man hinterher ja nicht sehen. Natürlich totaler Quatsch, wenn man irgendwann in gar nicht so ferner Zukunft 100km zu Fuß zurücklegen will. Wird der Akku schwach "kann ich ja gleich in die Bahn umsteigen".
Auch die Selbst-Beschummelung nimmt zu. Handy in der Handtasche bringt offensichtlich weniger "Schritte" als Handy in der Hosentasche. Je heftiger das Geschaukel, desto mehr Kilometer, scheint mir, werden gezählt. Mehr Kilometer (gezählt) zurücklegen durch häufigeres Am-Körper-Tragen des Handys.

Ziemlicher Murks. Sobald diese Trainingszeit vorbei ist, muss ich dieser App schleunigst wieder Rechte entziehen und mich davon entwöhnen.

Sonntag, 5. Februar 2017

Was habe ich am 5. Februar gemacht?

Frau Brüllen fragt immer am 5. eines Monats, wie wir denn so den Tag verbringen.

Heute also: Wandern. Details zur Strecke gibt es hier. Training für eine durchgeknallte Idee: am 7. April (oder war es der 8.?) 100 km Wandern. Am Stück. In 24 Stunden.

Heute nach entweder 16 oder 25 Kilometern (will fest an die 25 glauben. Demnächst kaufe ich mir eine Landkarte auf Papier und fahre da mit so einem Kilometerzählrädchen drauf lang, um Sicherheit zu haben!) bin ich noch nicht sicher, ob das eine gute oder schlechte durchgeknallte Idee ist angesichts meines allgemeinen Fitnesszustandes.

Zum Glück laufe ich mit einer Freundin (die allerdings ein bisschen fitter ist als ich), die kann mich dann ja ein bisschen anfeuern. Im Gegensatz zu mir hat sie so eine Herausforderung schon zwei Mal erfolgreich gemeistert.

Morgen kann ich nicht gemütlich im Home Office bleiben, nein, ohne nachzudenken habe ich mir einen Kundentermin auswärts gelegt. Kann ich da also hinhumpeln, das wird ein Spaß!

Was aber schön und besonders am heutigen Tag war: Von vornherein alle Termine am Sonntag abgesagt. "Ich bin Wandern". Alle Kinderanliegen abgeschmettert: "Fragt Papa, ich bin Wandern". Und dann einfach losgegangen, Start um 10.00 Uhr, Ende offen. Ende offen! Einfach so in den Tag hineinbummeln. Also marschieren, aber trotzdem! Das war so toll. Ich hab drei Kinder, wann hab ich das das letzte Mal gemacht?

Zweites Highlight: Ich habe ein Brotdose gepackt. Für mich selber! Ich konnte alles einpacken, was ich mag. Und ich wusste, abends wäre alles aufgegessen. Mit Freude! Ganz neue Erfahrung!

Dienstag, 31. Januar 2017

Die schärfsten Kritiker der Mütter ...

... waren nicht etwa früher selber welche. Obwohl, Großmütter, damit könnte man vermutlich Bücher füllen. Es sind auch nicht unbedingt andere Mütter, auch wenn die hin und wieder fies sein können.

Aber am gemeinsten ist es doch, wenn es aus dem Mund des eigenen Kindes kommt. "Bei XY (anderes Kind) gibt es immer mittags was Warmes zu Essen". "Die Mutter ist eine bessere Mutter  Du".

Und sobald mir der Dampf endlich nicht mehr aus den Ohren steigt, bin ich eventuell in der Lage, halbwegs vernünftig zu erklären, dass

  • hier mittags einfach nicht gekocht wird, egal, welcher Elternteil gerade Home Office macht. 
  • die Schulkantine eine gute Alternative wäre, die von den Eltern auch bereitwillig gezahlt würde - wenn das Kind sich denn mal dorthin bequemen würde (nicht dass es dort nicht schmeckt. Das wissen wir gar nicht, da das Kind sich einfach so beharrlich weigert, dort zu essen. Scheint, auf weiterführenden Schulen ist man zu cool für Kantinenessen). 
  • Und es ganz einfach beleidigend ist, so etwas zu sagen.

Und das "Dann geh doch bei der anderen Mutter wohnen" muss man sich entweder verkneifen oder, wenn man wieder bereit ist, sich erwachsen zu benehmen, sich dafür entschuldigen.

Sonntag, 29. Januar 2017

Ausmisten die Zweite

Muss das jetzt so? Der Stapel aussortierter Kinderkleidung wird zunächst unterteilt in "ist noch gut" und "oh, abgenutzt, Löcher, Flicken". Letzteres geht in einen Altkleidercontainer. Angeblich wird , daraus Autositz-Füllung gemacht, weiß da jemand Näheres?

OK, die Kollegen vom Spiegel haben das netterweise schon mal recherchiert: " Im Schnitt landet jedes zehnte Kleidungsstück im Abfall. Etwa ein Drittel wird zu Putzlappen verarbeitet oder zu Badematten, Dämmstoff und Dachpappe recycelt. Nur rund die Hälfte der sortierten Kleidung ist noch tragbar - und wird häufig ins Ausland verkauft."

Na gut. was mit dem noch tragbaren Rest passiert, kommt auf meine Tagesform an. Letztes Jahr ging viel direkt an die Kleiderkammer in der nächstgelegenen Flüchtlingsunterkunft. Die benötigen im Moment nicht mehr so viel. Wenn man will, dass die Sachen noch in Deutschland getragen werden, muss man bei den vielen Kleidersammelcontainern darauf achten, dass sie z.B. von der Kleiderkammer Wilhelmsburg sind, wo tatsächlich aussortiert und in Hamburg verteilt wird und nicht alles sofort ins Ausland geht. Alternativ einer der Umsonstläden - da kann ich mir allerdings nie die Öffnungszeiten merken. Flohmärkte? Geh mir fort. Probiert und verworfen. 1. wann ist der nächste Flohmarkt? 2. Krieg ich manchmal nicht mal die Standgebühr wieder raus. 3. bin ich nicht so der Handeltyp, weshalb mein Zeug eher so für 1 Euro das Stück weggeht. Und dann ... siehe Punkt 2.

Und deshalb heute eines der letzten großen Abenteuer: Verkaufen auf ebay. Mal schauen, wie das so läuft. Normalerweise ist es ja so: Wenn ich eines der "Bekleidungspakete" kaufen will, steigen die Preise in absurde Höhen und ich steige bei spätestens 25 Euro aus. Aber jetzt, wo ich verkaufen will, wird das vermutlich genau andersrum sein und ich kann froh sein um 10 EUR plus Versandkosten. 

Nachteile müsst Ihr mir gar nicht aufzählen, sind schon alle selbst aufgefallen: Es fehlt das sofortige Befriedigungsgefühl "alles raus". Die Sachen liegen hier jetzt im Haufen noch mindestens eine Woche rum. Vom Verpackungs- und Verschick-Aufwand gar nicht zu reden. Ich rede mir das natürlich schön mit "Aber das Geld können doch die Kinder ... das Sparbuch ... ". 

Es ist ja erst mal ein Versuch, vielleicht übernimmt ja demnächst eins der Kinder bei entsprechender Motivation die Arbeit.

Sonntag, 22. Januar 2017

Ausräumen - einräumen

Simplify your life. Ballast loswerden, damit man sich leichter fühlt. Besitzt Du Dinge oder besitzen die Dinge Dich?

Lauter tolle Sprüche. Und dann räumst Du und diskutierst mit dem Kind, welche Klamotten noch groß genug, schon zu klein sind, sowieso nie angezogen werden. Und schwups, reicht mir der Stapel, der aussortiert werden soll, bis zum Oberschenkel.

Fühle ich mich erleichtert, wie es die Aufräumgurus versprechen? Nein! Denn ich weiß ja, ich werde demnächst neue Sachen in ähnlicher Größenordnung, aber neuer Größe nachkaufen. Tolle Wolle, bei Kindern funktioniert das mit dem Entrümpeln also nicht so gut. Muss ich also doch in meinen eigenen Keller gehen und ein paar Kisten aussortieren.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Google-Suchen im Alter

Ich erinnere mich noch. Vor ein paar Jahren. Da erzählte ein Kollege von den drolligen Google-Suchen, die er im Suchverlauf gefunden hatte. Sein Kind war auf die Suche nach Autorennspielen gegangen. Da das Kind Schreibanfänger war, waren die Suchanfragen ganz putzig. Und dank Autokorrektur und Googles freundlichem "Meinten Sie ..." kam das Kind schlussendlich ans Ziel.

Momentan möchte ich nicht, dass meine Kinder meine Suchanfragen durchschauen. Denn dann würden sie auch ein paar drollige Einträge finden, als Mama auf der Suche war, um das Leben ihrer Kinder besser zu verstehen. Anhand ein paar Bemerkungen, die die Kurzen sich beim Essen zuwarfen, vereinzelten Tanzschritten, die sich wiederholten. Also nix, was man im Feuilleton finden würde.

Damit Ihr alle schlauer sein könnt als ich:
Der Typ heißt Bobby Shmurda, das hier ist sein Hit und hier ist ein ganz gutes Tutorial für den Tanz, den so "Shmoney", so ab 0:28 gehts richtig los.

Und eine ganz oberflächliche Einordnung: Nein, der ist nicht das wünschenswerteste Vorbild für die Kinder. Rauchen, Drogen, Gewalt, so viel seh ich, auch wenn ich den Text seines Hits nur in Ansätzen verstehe. Ok, und das zweite Suchergebnis zu seinem Namen: Sieben Jahre Haft.

Das andere Ding auf den Harburger Schulhöfen scheint "Juju on that beat" zu sein. Aber was weiß ich alte Frau schon.